Sehenswürdigkeiten auf Mallorca für Motorradfahrer
Das Kloster Lluc (Santuari de Lluc) liegt mitten in der Serra de Tramuntana und ist der wichtigste Wallfahrtsort der Insel. Der große Innenhof und die Parkplätze nehmen Motorräder problemlos auf, es gibt Gastronomie und Schatten. Lluc bündelt die Bergstrecken der Nordwestflanke und eignet sich als Sammelpunkt für eine Tramuntana-Runde.
Valldemossa und Deià sind zwei Bergdörfer an der MA-10 mit Steinhäusern, engen Gassen und Terrassenlandschaft. Valldemossa ist über die Kartause bekannt, Deià über seine Künstlergeschichte. Beide Orte sind stark besucht; wer früh fährt, findet ruhigere Straßen und leichter einen Stellplatz für die Maschine am Ortsrand.
Das Cap de Formentor bildet die Nordspitze der Insel. Die Zufahrtsstraße zum Leuchtturm ist kurvig und aussichtsreich, der Aussichtspunkt Mirador des Colomer liegt auf dem Weg. In den Sommermonaten ist die Straße zum Kap zeitweise für private Fahrzeuge gesperrt oder auf Shuttle-Betrieb umgestellt; das gilt in der Praxis auch für Motorräder, deshalb vorab die aktuelle Regelung prüfen.
Die Kathedrale von Palma (La Seu) steht direkt an der Hafenpromenade und ist das Wahrzeichen der Inselhauptstadt. Rund um die Altstadt gibt es bewachte Parkhäuser; im engen Gassennetz selbst ist Zweiradparken heikel. Als Motorrad-Ziel eignet sich eher die Uferstraße mit Blick auf Kathedrale und Hafen.
Entlang der Küste stehen mehrere Leuchttürme als lohnende Wendepunkte: der Leuchtturm am Cap de Formentor im Norden, das Cap de ses Salines an der Südspitze und der Far de Portocolom im Osten. Sie liegen jeweils am Ende kurzer Stichstraßen und lassen sich gut in Tagesrunden einbauen.
Über die MA-10 reihen sich die Aussichtspunkte der Tramuntana aneinander, darunter der Mirador de ses Barques oberhalb von Sóller und Punkte an der Steilküste zwischen Valldemossa und Banyalbufare. Die meisten haben kleine Haltebuchten; halte nur dort und nicht in den Kurven.
Sagen, Geschichte & Kultur entlang der Route
Mallorca war jahrhundertelang maurisch geprägt. Aus dieser Zeit stammen das Bewässerungssystem der Tramuntana-Terrassen und arabische Ortsnamen mit der Vorsilbe „Bini" wie Binissalem oder Biniaraix. Die maurische Herrschaft endete 1229 mit der Eroberung durch Jaume I. von Aragón; darauf gehen die gotischen Kirchenbauten der Insel zurück.
Deutlich älter ist die Talayot-Kultur der Bronze- und Eisenzeit. Ihre steinernen Turmbauten (Talayots) und Siedlungsreste stehen offen in der Landschaft, etwa Ses Païsses bei Artà und Capocorb Vell im Süden. Beide Fundplätze liegen an Nebenstraßen und sind als kurzer Kultur-Stopp einer Tagesrunde erreichbar.
In Valldemossa verbrachten der Komponist Frédéric Chopin und die Schriftstellerin George Sand den Winter 1838/39 in der Kartause. Chopin arbeitete dort an mehreren Werken; der Aufenthalt und Sands Reisebericht machten den Ort international bekannt. Die Kartause ist heute zu besichtigen.
Die Serra de Tramuntana ist seit 2011 als Kulturlandschaft in der UNESCO-Welterbeliste. Ausgezeichnet wurde nicht nur die Bergkette, sondern das über Jahrhunderte angelegte Zusammenspiel aus Trockensteinmauern, Terrassen, Wasserkanälen und Bergdörfern. Wer die MA-10 fährt, durchquert genau diese geschützte Landschaft.
Natur & Stopps am Rande
Die Serra de Tramuntana zieht sich über den gesamten Nordwesten und ist das Rückgrat jeder Motorradtour auf Mallorca. Sie enthält den höchsten Berg der Insel, den Puig Major, dessen Gipfel militärisches Sperrgebiet ist. Die Passstraßen dazwischen sind die kurvenreichsten der Insel.
Der Torrent de Pareis ist eine tief eingeschnittene Schlucht, die an der Bucht von Sa Calobra das Meer erreicht. Die berühmte Serpentinenstraße MA-2141 windet sich vom Kamm hinunter zur Bucht und ist einer der bekanntesten Fahr-Abschnitte Europas. Sie ist eng, stark befahren und endet als Sackgasse, man muss dieselbe Strecke wieder hoch.
Das Cap de Formentor vereint Steilküste, Kiefernwald und Fernblick. Der Kammweg zum Leuchtturm ist im Sommer über die genannte Zufahrtsregelung eingeschränkt, außerhalb der Hochsaison frei befahrbar.
Die Höhlen von Drach (Coves del Drach) bei Porto Cristo gehören zu den größten Schauhöhlen der Insel und enthalten einen der größten unterirdischen Seen Europas. Weiter nördlich liegen die Coves d'Artà bei Canyamel. Beide sind an Regen- oder Hitzetagen ein sinnvoller Stopp, weil sie ganzjährig kühl und wetterunabhängig sind.
Im Süden liegen der Naturstrand Es Trenc und direkt dahinter die Salzgärten von Es Trenc (Salines d'Es Trenc), wo bis heute Meersalz gewonnen wird. Der Naturpark S'Albufera bei Alcúdia und Muro ist das größte Feuchtgebiet der Balearen und ein Ziel für Vogelbeobachtung; Motorräder parken am Besucherzentrum, ins Gebiet geht es zu Fuß oder per Rad.
Genuss & lohnende Schlechtwetter-Stopps
Mallorca hat zwei anerkannte Weinregionen: Binissalem im Inselzentrum und Pla i Llevant im Osten um Felanitx und Manacor. Dort keltern zahlreiche Bodegas aus einheimischen Rebsorten wie Manto Negro und Prensal Blanc. Verkostung und Fahren schließen sich aus: In Spanien gilt eine Promillegrenze, wer probieren will, plant Übernachtung oder einen Fahrer, der nüchtern bleibt.
Die Wochenmärkte im Inselinneren sind gute Zwischenziele. Bekannt sind der Markt in Sineu (mittwochs, einer der ältesten der Insel), der große Markt in Inca und die Märkte in Pollença und Alcúdia. Sie bieten Stellplätze am Ortsrand und regionale Produkte für eine Pause.
Für Regentage bieten sich Museen an: das Es Baluard und die Fundació Miró in Palma, dazu das Castell de Bellver über der Stadt. Im Osten ist Manacor für seine Kunstperlen-Manufaktur bekannt, Inca für Leder. Diese Ziele funktionieren wetterunabhängig.
Kulinarisch steht die Ensaïmada im Mittelpunkt, ein spiralförmiges Schmalzgebäck, das es pur oder gefüllt gibt und das als Mitbringsel in flachen Rundschachteln verkauft wird. Dazu kommen Wurstwaren wie Sobrassada und der Gemüseauflauf Tumbet. Solche Stopps sind auch bei schlechtem Wetter im überdachten Café möglich.