Sehenswürdigkeiten auf Mallorca für Motorradfahrer
Das Kloster Lluc (Santuari de Lluc) liegt mitten in der Serra de Tramuntana und ist der wichtigste Wallfahrtsort der Insel. Der große Innenhof und die Parkplätze nehmen Motorräder problemlos auf, es gibt Gastronomie und Schatten. Lluc bündelt die Bergstrecken der Nordwestflanke und eignet sich als Sammelpunkt für eine Tramuntana-Runde.
Valldemossa und Deià sind zwei Bergdörfer an der MA-10 mit Steinhäusern, engen Gassen und Terrassenlandschaft. Valldemossa ist über die Kartause bekannt, Deià über seine Künstlergeschichte. Beide Orte sind stark besucht; wer früh fährt, findet ruhigere Straßen und leichter einen Stellplatz für die Maschine am Ortsrand.
Das Cap de Formentor bildet die Nordspitze der Insel. Die Zufahrtsstraße zum Leuchtturm ist kurvig und aussichtsreich, der Aussichtspunkt Mirador des Colomer liegt auf dem Weg. Vom 15. Mai bis 18. Oktober ist die Straße zum Kap zwischen 10 und 22 Uhr für private Fahrzeuge gesperrt; Motorräder stehen ausdrücklich auf der Verbotsliste. Außerhalb dieses Zeitfensters ist sie frei.
Die Kathedrale von Palma (La Seu) steht direkt an der Hafenpromenade und ist das Wahrzeichen der Inselhauptstadt. Rund um die Altstadt gibt es bewachte Parkhäuser; im engen Gassennetz selbst ist Zweiradparken heikel. Als Motorrad-Ziel eignet sich eher die Uferstraße mit Blick auf Kathedrale und Hafen.
Entlang der Küste stehen mehrere Leuchttürme als lohnende Wendepunkte: der Leuchtturm am Cap de Formentor im Norden, das Cap de ses Salines an der Südspitze und der Far de Portocolom im Osten. Sie liegen jeweils am Ende kurzer Stichstraßen und lassen sich gut in Tagesrunden einbauen.
Über die MA-10 reihen sich die Aussichtspunkte der Tramuntana aneinander, darunter der Mirador de ses Barques oberhalb von Sóller und Punkte an der Steilküste zwischen Valldemossa und Banyalbufar. Die meisten haben kleine Haltebuchten; halte nur dort und nicht in den Kurven.
Sagen, Geschichte & Kultur entlang der Route
Mallorca war jahrhundertelang maurisch geprägt. Aus dieser Zeit stammen das Bewässerungssystem der Tramuntana-Terrassen und arabische Ortsnamen mit der Vorsilbe „Bini" wie Binissalem oder Biniaraix. Die maurische Herrschaft endete 1229 mit der Eroberung durch Jaume I. von Aragón; darauf gehen die gotischen Kirchenbauten der Insel zurück.
Deutlich älter ist die Talayot-Kultur der Bronze- und Eisenzeit. Ihre steinernen Turmbauten (Talayots) und Siedlungsreste stehen offen in der Landschaft, etwa Ses Païsses bei Artà und Capocorb Vell im Süden. Beide Fundplätze liegen an Nebenstraßen und sind als kurzer Kultur-Stopp einer Tagesrunde erreichbar.
In Valldemossa verbrachten der Komponist Frédéric Chopin und die Schriftstellerin George Sand den Winter 1838/39 in der Kartause. Chopin arbeitete dort an mehreren Werken; der Aufenthalt und Sands Reisebericht machten den Ort international bekannt. Die Kartause ist heute zu besichtigen.
Die Serra de Tramuntana ist seit 2011 als Kulturlandschaft in der UNESCO-Welterbeliste. Ausgezeichnet wurde nicht nur die Bergkette, sondern das über Jahrhunderte angelegte Zusammenspiel aus Trockensteinmauern, Terrassen, Wasserkanälen und Bergdörfern. Wer die MA-10 fährt, durchquert genau diese geschützte Landschaft.
